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Trier
08.02.2012, 12:00 bis 10.02.2012, 15:00

Tagung/Konferenz:
Die Türkei - Schnittstelle zwischen dem Nahen und Mittleren Osten und Europa

Robert-Schuman-Haus/Katholische Akademie Trier
Auf der Jüngt 1
54293 Trier
Rheinland-Pfalz

Beschreibung:


Die Türkei, im Kalten Krieg lange Zeit Außenposten des Westens, konnten in den vergan-genen Jahren ihre Position als Regionalmacht an der Schnittstelle zwischen dem Nahen und Mittleren Osten und Europa weiter ausbauen. 

Die Türkei, bisher der einzige Staat im muslimischen Kulturkreis, in dem eine islamisch ausgerichtete Partei demokratische Wahlen gewinnen konnte. Die AKP tritt nach Gerhard Schweizer im Gegensatz zu den strikt säkular an Atatürk orientierten Parteien am ent-schiedensten für eine Erweiterung der demokratischen Rechte ein. Die erst im vergange-nen Juni mit 50 % der Stimmen wiedergewählte AKP sieht ihr Land, entsprechend einer neuen außenpolitischen Doktrin gerne als Vorbild für die ganze Region: Ein mehrheitlich muslimisches Land mit parlamentarischer Demokratie, fest im Westen verankert und wirt-schaftlich enorm erfolgreich. Der Jubel, der Erdogan auf seiner Reise durch die Länder der Arabellion begleitete, scheint dieser Auffassung Recht zu geben.

Mit der EU steht die Türkei seit 2005 in Verhandlungen über einen Beitritt. In dem jüngsten Fortschrittsbericht bescheinigte die EU-Kommission mangelnde Beitrittsreife, erkannte zugleich aber auch Verbesserungen im Justizsystem an. Angeprangert wurden vor allem Defizite bei Bürgerrechten, der Wahrung von Meinungs- und Pressefreiheit, von Religions-freiheit, Gewerkschaftsrechten, ziviler Kontrolle über das Militär und der Gleichberechti-gung von Mann und Frau. Schwerwiegende Probleme seien Folter und so genannte Eh-renmorde an Frauen.

Erdogan scheint Europa mehr oder weniger stark den Rücken gekehrt. Die Türkei steht wirtschaftlich und politisch so stark wie nie zuvor da. Das Land strotzt vor Selbstbewusst-sein und will nicht nur im Nahen Osten, sondern auch in der Weltpolitik eine größere Rolle spielen. Die Türkei war von der Finanz- und Wirtschaftskrise nur wenig betroffen. Die türki-sche Wirtschaft boomt weiter. Das Bruttoinlandsprodukt ist im ersten Halbjahr 2011 um rund 9 % gewachsen. Damit schlägt das Land fast die gesamte Konkurrenz weltweit. Der Focus titelte am 12.9.2011: „Türkei ist das neue China“.

 

Trotzdem ist die Türkei immer noch ein Land der wirtschaftlichen Gegensätze. Ebenso ist politische Gewalt nicht gebannt, wie dies am Beispiel der türkischen Hisbollah und der PKK gezeigt werden kann.

Und Entwicklungen in der Türkei haben ebenso Auswirkungen auf die Bundesrepublik Deutschland.

  • Wie sind insgesamt die Perspektiven einzuschätzen?
  • Welche Chancen bestehen für kulturelle und ethnische Minderheiten?
  • Wie ist die Lage der christlichen Gemeinschaften?

 

 

Kategorie:
Politik
Veranstalter:
Katholische Akademie Trier
Ansprechpartner:
Dr. Günter Gehl
Anmeldung bis:
16.1.2012
E-Mail / Fax für Anmeldungen:
anmeldung.kat(at)bistum-trier.de
Telefonnummer des Veranstalters:
0651/8105431
Zielgruppe:
Interessierte
Teilnehmerbeitrag:
90 Euro ohne Übernachtung/105 Euro p.P. im DZ/130 Euro im EZ
Weitere Informationen:
cms.bistum-trier.de

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