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Berlin
07.12.2009, 18:00 bis 20:00

Vortrag:
Franz Joseph I. und Wilhelm II. – Gestalten und Gedächtnis: zwei Kaiser und ihre Bedeutung für Mitteleuropa aus der polnischen Perspektive

Vortrag (mit Diskussion) des Historikers Dr. Piotr SZLANTA, Universität Warschau, z. Zt. Humboldt-Universität Berlin

Hörsaal 3092, Hauptgebäude Humboldt-Universität
Unter den Linden 6
10117 Berlin
Berlin Brandenburg

Beschreibung:

 

Der von Prof. Dr. Günter Schödl vom Institut für Geschichte (IfG) an der Humboldt-Universität moderierte Vortrag Szlantas ist vor dem Hintergrund der Entwicklungen in der Zeit von den 1848er bürgerlichen Revolutionen bis zum Ersten Weltkrieg zu sehen. Der Zeitraum umfaßt die österreichich-preußischen Auseinandersetzungen um die Führungsrolle im Deutschen Bund (sog. Deutscher Dualismus) und die Folgen aus dem Preußisch-Österreichischen Krieg (1866), nicht zuletzt die Folgen, die sich daraus für den durch die Niederlagen geschwächten Vielvölkerstaat der Donaumonarchie und die Bildung der k.u.k. Monarchie auf Grundlage des österreichisch-ungarischen Dualismus ergaben. Dieser Krieg war auf Seiten Österreichs ein Unterfangen, das die Unabhängigkeitsbestrebungen der hineingezogenen, dem österreichischen Kaiser unterworfenen Völkerschaften bestärkte, welche oftmals auf beiden Seiten der Kriegsgegner und damit gegen ihre eigenen Landsleute kämpfen mußten. Unter anderem wegen ihrer auch aus dem Kriegserlebnis gespeisten Unabhängigkeitsbestrebungen sahen sich die zum ungarischen Königreich gehörenden Völker Ende des 18. Jahrhunderts einer Zwangsmagyarisierung ausgesetzt, um ihre Loyalität als ungarische Neubürger zu erzwingen was aber ihr Freiheitsstreben nur anstachelte, bis es sich im Attentat von Sarajewo auf den österreichischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand am 28. Juni 1914 Bahn brach und nach dem Ersten Weltkrieg zu einer Welle von Neustaatengründungen auf dem Gebiet der ehemaligen Donaudoppelmonarchie führte. Mit Wegfall der Herrscherdynastie, im wesentlichen der Person Kaiser Franz Josefs I., fehlte die Klammer für die unter seiner Krone versammelten polyzentrisch strukturierten Länder - ein Blick zurück auf den zentristisch organisierten Rivalen Preußen im Ringen um die Vorherrschaft bei der deutschen Reichsgründung drängt sich auf. 

Eine Veranstaltung der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft e. V. (DUG) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Geschichte (IfG)

 

Kategorie:
Wissenschaft
Veranstalter:
Deutsch-Ungarische Gesellschaft e. V. (DUG), Sitz Berlin
Ansprechpartner:
Klaus Rettel, Präsident
Anmeldung bis:
entfällt
Telefonnummer des Veranstalters:
242 45 73
Zielgruppe:
Historiker, Politikwissenschaftler, Hungarologen
Teilnehmerbeitrag:
entfällt
Weitere Informationen:
http://

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