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Potsdam
24.06.2009, 19:00

Vortrag:
Der Landsitz als Mittelpunkt adeligen Lebens. Zum Selbstbildnis des ostpreußischen Adels in den Erinnerungsschriften nach 1945

Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte | Kutschstall
Am Neuen Markt 9
14467 Potsdam
Berlin Brandenburg

Beschreibung:

 

Eine Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung »Schloss Friedrichstein in Ostpreußen und die Grafen Dönhoff« , die vom Deutschen Kulturforum östliches Europa in Zusammenarbeit mit Dr. Kilian Heck, dem Mitherausgeber des Buches friedrichstein. das schloss der grafen von dönhoff in ostpreußen erstellt wurde • Gezeigt in Kooperation mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg im Schloss Caputh.

Zu den größten kollektiven Verlusterfahrungen des zeitgenössischen Menschen gehört es, die angestammte Heimat verlassen zu müssen und damit die seit Generationen bestehende Lebenswelt zerstört zu sehen. Auf eine besondere Art und Weise betraf der Traditionsbruch die adeligen Familien aus den ehemaligen deutschen Provinzen, für die die Flucht und Aussiedlung den Verlust des Landbesitzes und damit der Basis des adeligen Lebensstils bedeutete.

Den zur Legende gewordenen Erinnerungen von Marion Gräfin Dönhoff "Namen, die keiner mehr nennt" (1962) folgten weitere Memoiren ostelbischer Adliger, wie u.a. von Hans Graf von Lehndorff, Walther von Sanden-Guja, Alexander Fürst zu Dohna-Schlobitten, Aninka Gräfin Bellavitis, Lothar Graf zu Dohna-Waldburg sowie Ottfried Graf Finckenstein. Zum Teil beinhalten sie dabei nicht nur eine Widerspiegelung, sondern auch eine bewusste Reflexion über die vergangene Zeit, insbesondere über den adeligen Habitus.

Die Erinnerungsschriften des Adels kann man heutzutage aus vielen Blickwinkeln behandeln. Als ein Märchen über einen von Prinzen und Grafen bewohnten Raum, deren Lebensumstände für den heutigen Leser eine Abwechslung von der Wirklichkeit darstellen. Die Erinnerungen an die alte Heimat könnte man auch als Trauerlieder betrachten, die die versunkene Welt besingen. Für viele sind es vor allem Zeitzeugendokumente, die aufschlussreich über historische Zeiten berichten. Zweifelsohne bilden diese Schriften eine Möglichkeit, mit gegenwärtigen und kommenden Generationen von diversen Kreisen der Leser ins Gespräch zu kommen. Den Adel kann man demzufolge auch als eine Gedächtnisgemeinschaft betrachten, in der die Fragen »Was dürfen wir sowie andere von uns nicht vergessen?« eine zentrale Rolle annehmen.

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Die Referentin: Dr. Miłosława Borzyszkowska-Szewczyk, geboren 1972, Studium der Germanistik in Kraków, Leipzig und Gdańsk; Philologisches Doktorandenstudium an der Universität Gdańsk (2001–2005), Ost-West-Promotionskolleg an der Ruhr-Universität in Bochum (2005–2006), Promotion zum Thema preußisches ethos und erinnerungskultur. zu den erinnerungsschriften des ostpreußischen und hinterpommerschen adels nach 1945 (Juni 2008; Doktorvater: Prof. Dr. Mirosław Ossowski), seit 2005 wissenschaftliche Assistentin und dann seit 2008 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für die deutsprachige Literatur Danzigs, Institut für Germanistische Philologie der Universität Gdańsk, seit 1997 Projektarbeit im Kaschubisches Institut in Gdańsk.

 

Kategorie:
Wissenschaft
Veranstalter:
Deutsches Kulturforum östliches Europa
Ansprechpartner:
Dr. Claudia Tutsch, tutsch(at)kulturforum.info
Telefonnummer des Veranstalters:
0331/ 2009814
Zielgruppe:
Für Alle, die sich für die Geschichte der adeligen Familien aus den ehemaligen deutschen Provinzen interessieren
Teilnehmerbeitrag:
3 Euro
Weitere Informationen:
http://

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