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Berlin-Mitte
31.10.2011, 18:00 bis 20:00

Vortrag:
Der Zweite Wiener Schiedsspruch

Vortrag des rumänischen Historiker Dr. TRAŞCĂ zu Hintergrund, Durchführung und Nachwirkungen des Schiedsspruchs vo, 30.08.1940

Seminarraum III, Collegium Hungaricum Berlin
Dorotheenstr. 12
10178 Berlin-Mitte
Berlin Brandenburg

Beschreibung:

 

Am 30. August 1940 wurde im Palais Belvedere in Wien der deutsch-italienische Schiedsspruch in der rumänisch-ungarischen territorialen Auseinandersetzung um Siebenbürgen verkündet. Diese Entscheidung, bekannt als der Zweite Wiener Schiedsspruch, verpflichtete Rumänien, den Nordwesten Siebenbürgens an Ungarn abzutreten, ein Gebiet, das Rumänien zusammen mit dem übrigen Siebenbürgen (und anderen ehemals ungarischen Landesteilen) erst im Vertrag von Trianon (4. Juni 1920) zugesprochen erhalten hatte. Die von den beiden "Schiedsrichtern", dem Deutschen Reich und Italien, in Wien gefundene Lösung berücksichtigte weder die demographischen noch die wirtschaftlichen Besonderheiten des umstrittenen Gebietes und konnte so keine der beiden Parteien zufriedenstellen.

Schlimmer noch, die Entscheidung hatte für Ungarn die Konsequenz, als Gegenleistung an der Seite des Deutschen Reiches in den Zweiten Weltkrieg eintreten zu müssen und dies zusammen mit dem zuvor gedemütigten Rumänien, welches sich ebenfalls der deutsch-ungarischen Allianz aus Furcht, andernfalls auch das restliche Siebenbürgen an Ungarn zu verlieren, notgedrungen anschloß. Letztlich beutete Hitler in skrupelloser Weise zum ausschließlich eigenen Nutzen bei der Verfolgung seiner Kriegsziele (Angriff auf die Sowjetunion an deren Südwestgrenze, unterstützt von ungarischen und rumänischen Verbänden und flankiert durch Sicherung der landwirtschaftlichen Produktion Ungarns für das Deutsche Reich und durch Vereinnahmung der Erdölproduktion Rumäniens für die energiehungrige deutsche Wehrmacht) die völlige Eindimensionalität der Politik beider Kontrahenten aus: hier der ausschließliche politische Primat der Ungarn, die durch den Friedensvertrag von Trianon verlorenen Territorien - koste es, was es wolle - wiederzubekommen (der Erste Wiener Schiedsspruch vom 2. November 1938 hatte Ungarn bereits Teile der an die Tschechoslowakei und an die Ukraine verlorenen Gebiete zurückgebracht), dort die ebenso einseitige politische Zielsetzung der Rumänen, jegliche Rückgabe der durch den Trianon-Vertrag erlangten Gebiete mit allen Mitteln zu verhindern und erst recht die vom Zweiten Wiener Schiedsspruch verfügten Gebietsverluste rückgängig zu machen. Diese diametral entgegengesetzten Ziele der Ungarn und der Rumänen machten beide Regierungen zum Spielball der hitlerischen Schaukelpolitik.

 

Kategorie:
Politik
Veranstalter:
Deutsch-Ungarische Gesellschaft e. V. (DUG), Sitz Berlin
Ansprechpartner:
Klaus RETTEL, info(at)d-u-g.org
Telefonnummer des Veranstalters:
030 - 242 45 73
Zielgruppe:
Historiker, Politikwissenschaftler, Hungarologen, Romanologen
Teilnehmerbeitrag:
Eintritt frei!
Weitere Informationen:
http://

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