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Berlin-Mitte
21.03.2011, 18:00 bis 20:00

Vortrag:
Deutsche Stadtrechte im mittelalterlichen Siebenbürgen

Über Korporationsrechte, Sachsenspiegelrecht, Bergrecht referiert der Buchautor Dr. Dirk Moldt

Raum 125, Neues Stadthaus
Parochialstr. 3
10179 Berlin-Mitte
Berlin Brandenburg

Beschreibung:

 

Im Rahmen der mittelalterlichen Ostkolonisierungen wurden deutsche Siedler auch ins ungarische Königreich gerufen. Neben ihren Kenntnissen und ihrem technischen Know-how brachten sie ihre Gebräuche und ihr Recht mit, das sie in der neuen Heimat weiter pflegen durften. Ihre Stadt-, Berg- und Zunftrechte prägten Jahrhunderte lang die Gesellschaft des Königsreiches einschließlich Siebenbürgens. Diese Rechte der frühen Kolonisierungsperiode (12./13. Jahrhundert) entstammten dem sächsisch-magdeburgischem Recht, das in Mittelalter und früher Neuzeit eine enorme und normende Ausbreitung in Mittelosteuropa erfuhr (und später in der theresianischen und josefinischen Kolonisierungszeit vom süddeutschen Recht, vor allem in der im Schwabenspiegel kodifizierten Form, überlagert wurde, als es galt, das in der Vertreibung der osmanischen Besatzung und als Folge des innerungarischen Bürgerkrieges unter Rákoczi verwüstete Land wieder aufzubauen).

Aus der Fülle des Materials wird der Referent nur zwei Orts-/Stadtechte herausgreifen und miteinander vergleichen: das Ofner und das Hermannstädter Recht. Dabei werden Gemeinsamkeiten herausgearbeitet, aber auch den Fragen nachgegangen, welche Wurzeln diese Rechte hatten, welche Ausprägungen sie erfuhren und welche Beziehungen zu anderen Rechtsgewohnheiten sie hatten. Die Ausführungen werden dabei auf den Erkenntnissen, die der Referent in seinem 2009 erschienenen Buch unter dem mit der Vortragsüberschrift identischen Titel dargestellt hat (Band 37 der Reihe 'Studia Transsylvanica'), beruhen. Dabei wird der Vortragsabend außer vielen erhellenden Facetten des mit deutschsprachigen Kolonisten ins Ausland mitgewanderten Sozial- und Kulturlebens (welches sind die wirkmächtigen Kräfte der deutschen Siedlungsgeschichte?) vor allem spannende Erkenntnisse über die deutsch-ungarischen Kulturbeziehungen und eine faszinierende Antwort auf die Frage bieten, warum Deutschland und Ungarn ohne gemeinsame Grenzen dennoch in gutnachbarlichem Einverständnis leben (können).

 

Kategorie:
Wissenschaft
Veranstalter:
Deutsch-Ungarische Gesellschaft e. V. (DUG), Sitz Berlin
Ansprechpartner:
Klaus Rettel, Präsident der DUG
Telefonnummer des Veranstalters:
030 - 242 45 73
Zielgruppe:
Historiker, Hungarologen, Rechtswissenschaftler
Teilnehmerbeitrag:
Eintritt frei!
Weitere Informationen:
d-u-g.org

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