Potsdam
02.02.2010, 18:30
bis 20:30
Vortrag:
Die rechtlichen, sozio-ökonomischen und kulturellen Folgen der Wende von 1989 für die in Ungarns Nachbarländern lebenden ungarischen Minderheiten
Kulturtreff & Ungarische Spezialitäten Edit Keller
Jägerstr. 35
14467
Potsdam
Berlin Brandenburg
Beschreibung:
Mit seinem Vortrag behandelt der Historiker Dr. Meinolf Arens die Situation, in der sich die ungarischen Minderheiten in den sieben Nachbarstaaten Ungarns befinden - Nachbarstaaten, von denen ein Teil ihres heutigen Staatsgebietes einstmals zum Königsreich Ungarn (wiederum als Teil der ungarisch-habsburgischen Doppelmonarchie) gehörte und auf Grund des Vertrages von Trianon vom 4. Juni 1920 und durch Angliederung an andere Staaten eine eigene Staatlichkeit erlangte. So fielen die Slowakei (das sog. Ober-Ungarn) mit der Karpato-Ukraine an die Tschechoslowakei (später im Bereich der Karpato-Ukraine der Ukraine zugeschlagen), Siebenbürgen und das östliche Banat an Rumänien, das westliche Banat und die Batschka an das neugegründete Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen sowie die 4.000 qkm umfassende Region des heutigen Burgenlandes an Österreich; aber auch Gebietszipfel wechselten die staatliche Zugehörigkeit (so kleine Teile des Zipser Landes nach Polen; die adriatische Hafenstadt Fiume nach Italien). Bekanntlich wurde Ungarn (ohne das mit ihm in Personalunion verbundene Kroatien) damals auf 33 Prozent seines ursprünglichen Territoriums (des sog. historischen Ungarns) reduziert; es verlor 57 Prozent seiner Bevölkerung (dieser Verlust entspricht insgesamt 10,6 Mio. Einwohnern, von denen 30,2 Prozent Ungarn waren). Diese Verteilung der Ethnien, von denen einige aus ihrem früheren Minderheitenstatus nunmehr in einen Mehrheitsstatus wechselten und ihre jeweilige (neue) Titularnation bildeten, schuf neue - vor allem nunmehr ungarische - Minderheiten in diesen neugegründeten Staaten. Indem der Trinaon-Vertrag bei den neuen Grenzziehungen auf die ethnische Zusammengehörigkeit der durch Federstriche am grünen Tisch willkürlich getrennten Ethnien keine Rücksicht nahm, verschärfte er das Minderheitenproblem; sein bescheidener Versuch, es zu lindern, bestand darin, daß er sanktionslos allen Staaten den Schutz ihrer Minderheiten auferlegte. Vor diesem geschichtlichen Hintergrund untersucht Dr. Arens in seinem Vortrag die Folgen der Wende von 1989 für die Minderheiten in Ostmitteleuropa, speziell am Beispiel der ungarischen Minderheiten und ruft ihre durchaus unterschiedlich verlaufenen Entwicklungen der vergangenen zwei Jahrzehnte in Erinnerung.
Der Referent Dr. Meinolf ARENS ist Historiker, z. Zt. am Haus des deutschen Ostens (HDO) in München tätig, und Habilitand an der Ludwig-Maximilians-Universität München.
- Kategorie:
- Politik
- Veranstalter:
- Deutsch-Ungarische Gesellschaft e. V. (DUG), Sitz Berlin
- Ansprechpartner:
- Klaus Rettel, Präsident der DUG
- Anmeldung bis:
- entf.
- E-Mail / Fax für Anmeldungen:
- entf.
- Telefonnummer des Veranstalters:
- 030-242 45 73
- Zielgruppe:
- Historiker, Politikwissenschaftler
- Teilnehmerbeitrag:
- keiner
- Weitere Informationen:
- http://
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