Freiburg
28.01.2010, 18:30
Vortrag:
Lehrerinnen und Lehrer im 21. Jahrhundert: „Transformationskompetenz“ als Antwort auf die „Polykrise“
Pädagogische Hochschule, KA 106
Kunzenweg 21
79117
Freiburg
Baden-Württemberg
Beschreibung:
Seit der Jahrhundertwende hat sich, durch den europäischen Binnenmarkt und der weltweiten Globalisierung, in den klassischen Berufsfelder ein tiefgreifender Strukturwandel vollzogen, der gegenwärtig durch die „Polykrise“ (Finanzkrise + Wirtschaftskrise + Nahrungskrise + Klimakrise) beschleunigt wird. Der Mehrwert verlagert sich von dem Besitz an Rohstoffen oder der Fähigkeit, Güter zu produzieren zu der Fähigkeit Ideen und Konzepte zu produzieren, die in die Produkte einfließen. Parallel dazu werden Güter immer mehr mit Dienstleistungen angereichert. Die wachsende Rolle der „immateriellen“ Faktoren in der Gesamtbewertung der Produkte muss dringend wahrgenommen werden. Der Bedarf an lebenslanger Weiterbildung – um den Arbeitsplatz zwischen zwei Projekten wechseln zu können und sich so den Umstrukturierungen anpassen zu können – wird in den kommenden Jahren, zur Realität! Gefragt sind dann Fähigkeiten wie Eigeninitiative, Mobilität, Polyvalenz, das Lernen gelernt zu haben, etc. Diese Entwicklungen führen zu modularisierten Abschlüssen, neuen Curricula und neuen Berufsbildern, zur Vermittlung neuer Kompetenzen wie Selbstmanagement und vor allem zur Förderung der Kooperations- und Motivationskompetenz.
Um die professionelle und geographische Mobilität und Flexibilität des Einzelnen zu fördern, müssen aber auch die interkulturellen Kompetenzen gestärkt und innovative Kombinationen von Kompetenzen in neuen Curricula vermischt werden. Eine Europakompetenz für Lehrkräfte liegt also in der „Transformationskompetenz“, um auf die ständigen Wandlungsprozesse in einer europäischen „Projektwirtschaft“ situations-angemessen reagieren zu können. Diese Kompetenz soll die Pädagogen und Pädagoginnen dazu befähigen, jeweils aktuelle europapolitische, -wirtschaftliche, -soziale und -kulturelle Umbrüche, Herausforderungen und Verunsicherungen in Konzeptionen für die Bildungsarbeit zu übersetzen und in das Praxisfeld zu übertragen, ohne dass dabei Kriterien der Fachbildung verlorengehen.
Richard Stock ist seit 2000 als Generaldirektor des Europazentrums Robert Schuman in Scy-Chazelles in Frankreich tätig.
- Kategorie:
- Politik
- Veranstalter:
- Europabüro der Pädagogischen Hochschule Freiburg
- Ansprechpartner:
- Teresa Günther, teresa.guenther(at)ph-freiburg.de
- Telefonnummer des Veranstalters:
- 0761 - 682629
- Weitere Informationen:
- www.ph-freiburg.de
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