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Berlin-Mitte
28.01.2010, 18:00 bis 20:00

Vortrag:
Die mittelosteuropäischen Länder von Finnland über Ungarn bis zum Balkan als Bollwerke des Christentums - Mythos oder nationales Selbstverständnis?

Der Historiker Dr. Norbert Spannenberger, GWZO Universität Leipzig, gibt einen Überblick über einen während der letzten eintausend Jahre entwickelten Topos

Seminarraum 3 im Collegium Hungaricum Berlin
Dorotheenstr. 12
10117 Berlin-Mitte
Berlin Brandenburg

Beschreibung:

 

Anhand des Vortrags und im Rahmen der anschließender Diskussion will sich die Deutsch-Ungarische Gesellschaft mit einem Topos beschäftigen, in dem sich die östlichen mitteleuropäischen Länder als Verteidiger des west-christlichen Abendlandes und als (kulturelles) Bollwerk gegen die "Barbarenvölker" aus den asiatischen Steppen oder - vor allem im Mittelalter - gegen das über Südosteuropa nach Norden drängende Osmanische Reich verstanden und oftmals noch immer verstehen. Während gemeinhein dieses Selbstverständnis den Ungarn zugeschrieben wird, ebenso den Polen, zudem im Mittelalter den Kroaten vom Papst dieser Ehrentitel eines Schildes der römischen Kirche verliehen wurde, ist dieser Topos des "propugnaculum Christianitatis" von Finnland über das Baltikum, selbst bei der Deutschen Nation im Königreich Siebenbürgen und bis hinunter auf den Balkan zu finden (noch Slobodan Milosevic als damaliger serbischer Präsident nutzte in seiner Gedenkrede der 600. Wiederkehr der Tage der Schlacht auf dem Amselfeld am 28. Juni 1989 diesen Topos, reklamierte ihn für die Serben und stimmte damit auf den bevorstehenden Jugoslawienkrieg ein).

Der Referent Dr. Spannenberger ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Geisteswissenschaftlichen Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas an der Universität Leipzig, Habilitand und Vizepräsident der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft.

Anmeldung nicht erforderlich.

 

Kategorie:
Wissenschaft
Veranstalter:
Deutsch-Ungarische Gesellschaft e. V. (DUG), Sitz Berlin
Ansprechpartner:
Klaus Rettel, Präsident der DUG, info(at)d-u-g.org
Telefonnummer des Veranstalters:
030 - 242 45 73
Zielgruppe:
Historiker, Politikwissenschaftler
Teilnehmerbeitrag:
Eintritt frei!
Weitere Informationen:
http://

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