Olsztyn
18.06.2010, 18:00
bis 20.06.2010, 11:30
Tagung/Konferenz:
Tannenberg – Grunwald – Žalgiris 1410 – 2010
Schlachtfeld der Nationalmythen – Konferenz anlässlich des 600. Jahrestages der Schlacht bei Tannenberg/Grunwald | Bitwa mitów narodowych? – Konferencja z okazji 600. rocznicy bitwy pod Grunwald
Miejski Ośrodek Kultury w Olsztynie
Kamienica Naujacka, ul. Dąbrowszczaków 3
10-900
Olsztyn
Brüssel und Europa
Beschreibung:
Eine Veranstaltung des Deutschen Kulturforums östliches Europa im Rahmen des Jubiläums »Erinnern und Entdecken – zehn Jahrestage | zehn Veranstaltungen«. Unter diesem Motto begeht das Deutsche Kulturforum östliches Europa im Jahr 2010 sein zehnjähriges Bestehen mit einem Veranstaltungsreigen zu zehn ganz unterschiedlichen Jahres- und Gedenktagen | in Zusammenarbeit mit »Borussia« – Stiftung und Kulturgemeinschaft Olsztyn/Allenstein und dem Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften.
Anlässlich des 600. Jahrestages der Schlacht bei Tannenberg/Grunwald rücken die Stiftung Borussia und das Deutsche Kulturforum östliches Europa diesen europäischen Erinnerungsort ins Blickfeld des gesellschaftlichen Interesses. Mit der Vorführung des Films krzyżacy von Aleksander Ford sowie einer öffentlichen Podiumsdiskussion wird das Olsztyner Publikum direkt angesprochen, eine begleitende Konferenz mit thematischen Workshops in Kooperation mit dem Zentrum für Historische Forschung der Polnischen Akademie der Wissenschaften, Berlin, bietet jungen Forschern aus verschiedenen Ländern Europas neue Einsichten in den historischen Ablauf, insbesondere jedoch in die Genese und Konjunkturen des Mythos, der die Schlacht umrankt. Die Ergebnisse dieser Konferenz werden der Öffentlichkeit bei einem »Working Lunch« vorgestellt.
Im Mittelpunkt der polnischen Feierlichkeiten steht das Gedenken an die im Jahr 1410 stattgefundenen Schlacht zwischen dem Heer des Deutschen Ordens unter Hochmeister Ulrich von Jungingen und einer gemeinsamen Streitmacht des Königreichs Polen unter König Władysław II. Jagiełło und des Großherzogtums Litauen unter Großfürst Vytautas. Die schwere Niederlage der Streitmacht des Deutschen Ordens in dieser Schlacht kennzeichnet den Beginn des Niedergangs der Ordensherrschaft in Preußen sowie den Aufstieg Polen-Litauens zur europäischen Großmacht und entwickelte dadurch besondere Bedeutung während des erwachenden polnischen bzw. litauischen Nationalgefühls während des 19. Jahrhunderts.
Die deutsche Erinnerung an »Tannenberg« hingegen war zuerst negativ besetzt, erfuhr aber eine Umwertung infolge der gleichnamigen Benennung der im Ersten Weltkrieg (1914) zwischen russischen und deutschen Truppen geschlagenen und für Deutschland siegreichen Schlacht im südlichen Ostpreußen. Diese spielte nach 1918 eine bedeutende Rolle in der deutsch-nationalen Deutung des Zusammenlebens im östlichen Europa als immerwährendes Ringen um die jeweilige Vorherrschaft. In Polen wurde die Schlacht von Grunwald indes zu einem der wichtigsten Mythen seiner Geschichte. Die Gemengelage von historischen Fakten und nationalistisch inspirierter Mythenbildung um das Schlagwort Tannenberg (in Deutschland), Grunwald (im polnischen Sprachgebrauch) oder Žalgiris (für Litauen) bietet damit einen komplexen Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit Erinnerung im nördlichen Mittelosteuropa.
Die Tagung bietet die Möglichkeit, gemeinsam mit ausgewiesenen Experten – Historikern, Filmhistorikern, Museologen – das Thema aus verschiedenen nationalen Sichtweisen herauszulösen und einen europäischen Blick auf den Er-innerungsort zu gewinnen. Zu den Workshops sind Studierende sowie Lehrer und Multiplikatoren aus dem Bereich der historisch-politischen Jugend- und Erwachsenenbildung aus Polen, Deutschland und Litauen eingeladen; auch die Teilnahme russischer Gäste aus der Kaliningradskaja Oblast ist erwünscht.
- Veranstalter:
- Deutsches Kulturforum östliches Europa in Zusammenarbeit mit »Borussia« – Stiftung und Kulturgemeinschaft Olsztyn/Allenstein und dem Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften
- Ansprechpartner:
- Ariane Afsari, afsari(at)kulturforum.info
- Weitere Informationen:
- www.kulturforum.info
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