Berlin
06.10.2011
bis 24.10.2011
Ausstellung:
Unconquered.
Die unbesiegbare Milada Horáková
Tschechisches Zentrum
Friedrichstraße 206
10969
Berlin
Berlin Brandenburg
Beschreibung:
Eine Ausstellung in englischer Sprache über die tschechische Feministin, Widerstandskämpferin und Politikerin Milada Horáková, die 1950 in einem der ersten und größten politischen Schauprozesse der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Fokus DDR - ČSSR"
Die Ausstellung ist die Kopie eines Comics, der vom National Committee for a Free Europe 1951 in New York herausgegeben wurde. Das Original befindet sich seit 2006 im Nationalarchiv der Tschechischen Republik. Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem tschechischen Verein Člověk v tísni (Mensch in Not).
Die promovierte Juristin Milada Horáková (1901 - 1950) arbeitete nach ihrem Studium in der Prager Stadtverwaltung im Bereich Sozialwesen, Wohnungsbau und Arbeit, wo sie sich für sozial Schwache einsetzte. 1927 heiratete sie und 1933 wurde ihre Tochter geboren. Neben ihrer Arbeit engagierte sich Milada Horáková für die Gleichberechtigung der Frau. Sie gehörte zu den führenden Persönlichkeiten des tschechoslowakischen Nationalen Frauenrats und bereiste in Sachen Frauenfragen viele europäische Länder. Horáková war Mitglied der Tschechoslowakischen Sozialistischen Partei. Nach der Besetzung der Tschechoslowakei durch Hitler ging sie in den Widerstand und wurde bald mit ihrem Mann von der Gestapo verhaftet. Zwei Jahre saß sie im Gefängnis in Theresienstadt, dann wurde sie zur Zwangsarbeit in einer unterirdischen Munitionsfabrik in Leipzig eingesetzt. Es folgte das Frauengefängnis in Aichach bei München, wo sie zum Tode verurteilt, zu acht Jahren Gefängnis begnadigt und 1945 von den US-Amerikanern befreit wurde.
Milada Horáková kehrte nach Prag zurück, wo sie erneut in der Frauenbewegung und als Abgeordnete der Tschechoslowakischen National-Sozialistischen Partei im Parlament tätig war. Nach der kommunistischen Machtergreifung im Februar 1948 legte Milada Horáková aus Protest ihr Abgeordnetenmandat nieder. Im September 1949 wurde sie verhaftet. Beim ersten der großen politischen Schauprozesse der 1950er Jahre, er dauerte neun Tage und wurde im Rundfunk übertragen, wurde sie am 8. Juni 1950 wegen angeblichen Hochverrats und Spionage zum Tode verurteilt. Der Tag ihrer Hinrichtung, der 27. Juni, wird heute in der Tschechischen Republik als Gedenktag für die Opfer des kommunistischen Regimes begangen. Nach dem Prozess mit Milada Horáková folgten weitere politische Prozesse mit insgesamt 242 Hingerichteten. Zwischen den Jahren 1949 und 1960 gab es in der Tschechoslowakei 130.000 Menschen, die aus politischen Gründen inhaftiert waren und zusätzlich 20.000 Menschen, die in Arbeitslagern eingesetzt wurden, von denen 3000 ums Leben kamen.
Donnerstag, 6.10. – Donnerstag, 24.11., Mo+Do14–18 Uhr
- Veranstalter:
- Tschechisches Zentrum
- Teilnehmerbeitrag:
- Eintritt frei!
- Weitere Informationen:
- berlin.czechcentres.cz
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