Stuttgart
17.09.2010, 19:00
Ausstellung:
Alte und neue Werke von Imre Bukta, István efZámbó, László feLugossy und András Wahorn
Ausstellungseröffnung
Kulturinstitut der Republik Ungarn
Haußmannstr. 22
70188
Stuttgart
Baden-Württemberg
Beschreibung:
Vier legendäre Künstler der ungarischen neuen Welle der 1970er Jahre stellen dem Stuttgarter Publikum ihre Werke zum ersten Mal gemeinsam vor. Nach der bedeutsamen Strömung der Neoavantgarde, die in den 60er Jahren als „halboffizielle Kunst“ galt, folgte Anfang der 1970er Jahre die Blüte einer markanten Underground-Bewegung. In dem als Sozialismus bezeichneten kommunistischen System war der Begriff der „drei T`s“ (Tiltott-verboten, Tűrt-geduldet, Támogatott-unterstützt) allseits bekannt. Diese offiziell nicht zugegebenen, doch in der Tat sehr realen Kategorien gliederten die zeitgenössische ungarische Kunst in drei Gebiete. Die offizielle, nach stalinistischem Vorbild funktionierende Kulturpolitik unterstützte die systemtreuen Künstler oder jene, die mit der Macht zumindest nicht in Konflikt gerieten. In die Kategorie der „Geduldeten“ gehörten die souveränen Künstler und Kunstwerke der progressiven Strömungen, mit denen sich die Regierung keine offene Konfrontation leisten wollte, da sie schließlich die kulturelle Elite des Landes darstellten. In die dritte, verbotene Kategorie gehörten hingegen Künstler, die sich nicht vor Konflikten scheuten und entweder eine politische, oppositionelle Stellung bezogen oder das bestehende politische System einfach nicht zur Kenntnis nahmen. Genau genommen waren sie die unabhängigsten von allen, da sie das System derart verachteten, dass sie es fast schon ignorieren konnten. So war es ihnen möglich, aufgeschlossen, hemmungslos und entschieden eine eigenständige Gegenkultur auf die Beine zu stellen.
Die vier ausstellenden Künstler gehörten dieser letzteren Kategorie an. Drei von ihnen (efZámbó, feLugossy, Wahorn) waren zudem einflussreiche Mitglieder der legendären Band „AE Kommission“, die auch heute noch, trotz ihrer Auflösung vor zwei Jahrzehnten, zu den originellsten Rockbands Ungarns zählt. Typisch für sie alle – auch für Imre Bukta – ist, dass sie als bildende Künstler und Musiker Autodidakten waren, die fast unmittelbar nach dem Beginn ihrer Karriere eine Vorreiterposition in der zeitgenössischen Kunst einnahmen, die sie bis durchweg beibehalten konnten und daher heute als lebende Klassiker gelten.
Alle vier Künstler treten bei der Vernissage auf, und ihre Präsentation, die sie gemeinsam und doch ganz individuell gestalten, wird mit Sicherheit über die konventionellen Grenzen der bildenden Kunst hinausgehen.
In Zusammenarbeit mit der Galerie MissionArt.
- Kategorie:
- Kultur/Medien/Musik
- Veranstalter:
- Kulturinstitut der Republik Ungarn, Galerie MissionArt
- Ansprechpartner:
- uki-s(at)uki-s.de
- Telefonnummer des Veranstalters:
- 0711 / 164 870
- Weitere Informationen:
- www.magyarintezet.hu
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