Osnabrück
Di. 07.12.2010, 18:00
Podiumsdiskussion
Europa in der Krise: Das Negativ-Image Griechenlands in der deutschen Presse
Podiumsgespräch und Diskussion mit Eberhard Rondholz
European Legal Studies Institute Osnabrück
Süsterstraße 28
49074 Osnabrück
Niedersachsen
Beschreibung:
Eberhard Rondholz, Publizist (konkret, taz, Zeitschrift für deutsche und Internationale Politik, WDR), Berlin, ist einer der wenigen Journalisten im deutschen Sprachraum, der als profunder Experte der jüngeren griechischen Geschichte sowie der zeitgenössischen politischen Entwicklungen in Griechenland ausgewiesen ist. Letztere hat er nach 1974 stetig kommentiert. Er publizierte u.a. über europapolitische Griechenland-Stereotypen der deutschen Außenpolitik (“Abendländische Visionen. Alte europäische Ordnungsvorstellungen, neu aufgelegt”), nahm aber auch zu allgemein liebgewordenen, sehr wirksamen Klischees Stellung: “Karl May und das Griechenbild der Deutschen”.
Chryssoula Kambas befragt Eberhard Rondholz über das Negativ-Image Griechenlands in der deutschen Presse (nicht erst) seit der Finanzkrise.
Im Mittelpunkt des Gesprächs werden folgende Fragen stehen:
Sind der berüchtigte Focus-Artikel (März 2010) und die ununterbrochenen BILD-Schlagzeilen („Pleitegriechen“) im Gefolge als plötzliche, singuläre Entgleisungen zu bewerten? Setzt nur der Boulevard-Journalismus auf das Negativ-Image Griechenlands? Welche Konfliktherde der europäischen Politik geben bereits seit Jahrzehnten auch in der seriös gewerteten Nachrichtenberichterstattung Anlässe zu weniger offen spürbarer sprachlicher Diskriminierung? Und welche noch älteren Klischees werden dann fortgeschrieben? „Philhellenismus“ und „Griechenfreundschaft“ - gab es sie, gibt es sie heute in Deutschland?
Eberhard Rondholz wird in seinen Antworten auch auf die Aktualität und auf bestimmte, kaum öffentlich herausgestellte Aspekte der griechischen Finanzkrise eingehen. Er wird vor allem die hiesigen Wahrnehmungs- und Denkmuster über einen längeren Zeitraum hin auf ihre prägenden, ursachenbildenden Faktoren befragen. Dieser Zeitraum hat spätestens 1821 mit dem Philhellenismus begonnen; die Besatzung des Landes durch die „Deutsche Wehrmacht“ 1941-44 sowie ihre anschließende Nichtaufarbeitung nach 1945 bilden nicht seinen Endpunkt.
| Kategorie | Politik |
| Veranstalter | Jean-Monnet-Centre of Excellence in European Studies Osanbrück |
| Ansprechpartner | Mareike Dildei, Mareikedildei@web.de |
| Teilnehmerbeitrag | Eintritt frei! |
| Weitere Informationen |
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