Frankfurt am Main

Fr. 15.01.2010, 16:30 bis Sa. 16.01.2010, 17:00

Tagung/Konferenz

Das gefühlte und das proklamierte Europa. Was haben Europäerinnen von der EU zu erwarten?

Haus am Dom
Domplatz 3
60311 Frankfurt am Main
Hessen

Beschreibung:

 

Eine gewisse Europamüdigkeit macht sich breit, vor allem in der Gender- und Gleichberechtigungspolitik. Galt die EU - insbesondere auch der Europäische Gerichtshof (EuGH) - in den 80er und 90er des letzten Jahrhunderts noch als Motor und Taktgeber für gleichstellungspolitische Initiativen, so ist es derzeit hierzu ruhiger geworden. Es scheint, als fehlten Europa Stimmen, Gesichter und eine Programmatik, um für emanzipatorische Prozesse und Gleichstellungs-politiken zu mobilisieren. Angesichts der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise, die zu Unsicherheiten auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt und in der persönlichen Lebensplanung führen, sind Visionen und politisches Handeln um so mehr gefragt. Gleichberechtigung auf der europäischen Ebene ist aktuell; es gilt auf neue Herausforderungen neue Antworten zu formulieren.

Mit dieser Veranstaltung wollen wir mit wissenschaftlich-politischen und kulturellen Einmischungen diesen Fragen nachgehen. Gibt es tatsächlich einen Stillstand in der EU-Genderpolitik? Oder gibt es unterschiedliche Wahrnehmungen auf Grund von ungleichzeitigen Entwicklungen in den einzelnen Mitgliedstaaten, die zu neuen Genderpolitiken herausfordern?

Die Tagung beginnt mit einem Blick auf die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise. Wie wirkt sich diese globale Krise zum einen auf die Lebenswelt von Frauen und zum anderen auf die Genderpolitik der Europäischen Union aus, die sich diesen neuen Anforderungen stellen müsste?

Ein Rückblick auf fünfzig Jahre europäische Gleichstellungspolitik vergegenwärtigt, wo wir derzeit stehen, welche reformerischen Impulse bisher durch Initiativen der Kommission und des Europäischen Gerichtshofs aufgenommen wurden und wie die europäischen Frauenbewegungen die Gleichstellungspolitik der EU beeinflusst haben. Die Etappen ihrer Erfolge und auch Niederlagen oder Barrieren werden im historischen Rückblick bilanzierend dargestellt.

Welche Veränderungsdynamik sich in den Geschlechterpolitiken der einzelnen Mitgliedsstaaten jeweils beobachten lässt, ist ein weiterer wichtiger Aspekt der Tagung. In welchem Spannungsverhältnis stehen länderspezifische Entwicklungen gegenüber den normativen Vorgaben der EU? Gibt es eine eigene Dynamik von EU-Beitrittsdebatten und Beitrittsfolgen? Darüber diskutieren Expertinnen aus Nord-, Süd-, Ost- und Westeuropa sowie aus der Türkei.

Literarische Interventionen nähern sich den Facetten eines gefühlten und proklamierten Europas wiederum aus  einer ganz anderen Perspektive. Drei große Europäerinnen - die Italienerin Rossana Rossanda, die Französin Simone Veil und die Tschechin Frantiska Plamínková - , die mit ihrem politischen Engagement europaweit Ausstrahlung entfaltet und Spuren hinterlassen haben, werden porträtiert. Mit einer Lesung aus ihrem Buch begibt sich die niederländische Journalistin Annemieke Hendriks zu bi-nationalen Familien in der Mitte Europas, die das Zusammenwachsen Europas bereits seit langem praktizieren.

 

KategoriePolitik
VeranstalterHeinrich-Böll-Stiftung Hessen, Stiftung Frauen in Europa
Anmeldung bis10. Januar
Telefonnummer des Veranstalters069 - 23 10 90
E-Mail für Anmeldungen krannich@hbs-hessen.de
AnsprechpartnerMargret Krannich
TeilnehmerbeitragEuro 15.-, ermäßigt Euro 10.- (für Stud., Erwerbslose usw.).
Weitere Informationen

 

Teilen: Twitter Facebook LinkedIn Email
Diesen Termin in meinen Kalender importieren