Freiburg

Do. 10.04.2008, 13:00 bis Fr. 11.04.2008, 14:30

Tagung/Konferenz

Ökonomik, Politische Ökonomie und Psychologie staatlicher Reformen in Europa

Albert-Ludwigs-Universität, Haus "Zur Lieben Hand"
Löwenstraße 16
79098 Freiburg
Baden-Württemberg

Beschreibung:

 

Der Bedarf an Reformen von sozialen Sicherungssystemen, Arbeitsmarktinstitutionen, des Steuersystems oder auch der föderalen Ordnung ist für Deutschland trotz einiger erfolgter Anpassungen nach wie vor hoch. In den Ländern Westeuropas wurde der Reformbedarf spätestens mit dem Fall der Berliner Mauer im November 1989 und dem dadurch verursachten zusätzlichen Eintritt vieler Staaten in die globale Arbeitsteilung, und der damit einhergehenden Intensivierung des Systemwettbewerbs, evident. Dies gilt insbesondere auch für die Osterweiterung der Europäischen Union. Dennoch scheinen einige Länder Westeuropas Schwierigkeiten bei der Annahme dieser Herausforderung und der Anpassung an die neuen Gegebenheiten zu haben. Dabei drängt sich die Frage nach den Ursachen dieser Schwierigkeiten auf.

Die Ökonomie mit ihren umfangreichen Untersuchungen zu den Funktionsweisen des Wettbewerbs scheint einen Instrumentenkasten aufzuweisen, der zur Lösung dieser Schwierigkeiten beitragen kann. Allerdings erreichen viele Lösungsvorschläge entweder nicht den politischen Prozess, werden so verwässert, dass die von ihnen erhoffte Wirkung konterkariert wird, oder werden schlicht mit politischen Aussagen wie "das mag in der Theorie funktionieren, taugt aber nicht für die Praxis" oder "da stimme ich prinzipiell zu, kann es aber nicht durchsetzen"abgetan. Als eine Ursache hierfür wird oft die fehlende Berücksichtigung der Funktionsweisen politischer Prozesse und der alleinigen Konzentration auf ökonomische Variablen genannt. So wiesen bereits frühe Vertreter der Neuen Politischen Ökonomie auf die Bedeutung des politischen Prozesses für die Umsetzung von Reformen hin. In jüngster Zeit hat sich der eigenständige Zweig einer politisch-ökonomischen Reformanalyse herausgebildet, der aber in vielerlei Hinsicht weiterzuentwickeln und kritisch zu hinterfragen ist. Wie der politische Prozeß in die ökonomische Analyse integriert und daraus Erkenntnisse für zukünftige Reformen auf verschiedenen institutionellen Ebenen wie z.B. der EU gewonnen werden können, soll Gegenstand der Tagung sein. Im Einzelnen können dabei ganz unterschiedliche Themen bearbeitet werden:

- Der Begriff Reform aus (inter)disziplinärer Sicht

- Reformblockade und Durchsetzung staatlicher Reformmaßnahmen

- Wirkungen politischer Institutionen auf gesellschaftliche Reformaktivitäten

- Tausch- und Konfliktpotentiale von Reformvorhaben

- Geschwindigkeit und Sequenzierung von Reformen

- Reformen der europäischen Institutionen

- Auswirkungen der EU auf die Reformfähigkeit ihrer Mitgliedsländer bzw. Beitrittskandidaten

- Was kann der Systemvergleich für Reformen in den kontinentaleuropäischen Wohlfahrtsstaaten leisten?

- Europäische und nationalstaatliche Unterstützung von Reformen in Entwicklungsländern

- Spezifische Reformprobleme verschiedener Wirtschaftssektoren der EU

- Die Bedeutung des Rechts für institutionelle Reformen

- Auswirkungen kognitiver und psychologischer Prozesse auf die Reformfähigkeit

- Ordnungspolitische und institutionenökonomische Reformkonzepte

- Evolutionäre und kulturelle Reformbedingungen

- Die Bedeutung des "Wissensproblems" für Reformen

- Die Messbarkeit von Reformen

Der Call for papers richtet sich gleichermaßen an Ökonomen, Politologen, Soziologen, Psychologen und Juristen, die das Tagungsthema mit Bezügen zum Werkzeugkasten der Ökonomik analysieren. Dabei wäre es für die Tagung natürlich besonders nutzbringend, wenn das interdisziplinäre Potential der Beiträge jeweils deutlich würde, auch wenn diese selbst nicht notwendigerweise interdisziplinär angelegt sein müssen.

 

KategorieWissenschaft
VeranstalterArbeitskreis Europäische Integration, gemeinsam mit dem Arbeitskreis Politische Ökonomie
Anmeldung bis6. Januar 2008
Telefonnummer des Veranstalters030 / 88 920 186
E-Mail für Anmeldungen aei(at)aei-ecsa.de
ZielgruppeÖkonomen, Politologen, Soziologen, Psychologen und Juristen
AnsprechpartnerMatthias Heddenhausen
Teilnehmerbeitragfür Mitglieder der Arbeitskreise und Studenten Euro 60,-, Sonstige 80,-
Weitere Informationen

 

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