Hamburg
Do. 14.02.2008, 19:00
Vortrag
Willkommen in Europa - Avrupaya hos geldiniz?!
Gehört die Türkei in die Europäische Union? Chancen für Hamburg?
East Hotel
Simon-von-Utrecht-Straße 31
20359 Hamburg
Hamburg
Beschreibung:
Am 29. Oktober 1923 rief Atatürk die Türkische Republik aus. Sein Ziel war es, aus den Resten des im Ersten Weltkrieg untergegangenen Osmanischen Reiches einen neuen Staat nach europäischem Vorbild zu formen. Der Weg nach Europa hat sich trotz Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Laizismus, Marktwirtschaft und der stabilen Einbindung in die NATO als langwierig erwiesen. In Fragen Menschenrechte, insbesondere der Religionsfreiheit und des Minderheitenschutzes, besteht weiterer Handlungsbedarf. Der aktuelle Konflikt zwischen Konservativen und Religiösen im Inneren sowie die schwierige Sicherheitslage insbesondere an der Grenze zum Irak prägen den Blick auf Europa.
Der Europäischen Union fielen mit dem Ende des kalten Krieges die Aufgaben zu, Europa eine neue Friedensordnung zu geben, die eigenen Institutionen zu reformieren und auch mehr Verantwortung weltweit zu übernehmen. Diese Aufgaben sind noch nicht bewältigt. Die Integration von 17 neuen Mitgliedsstaaten ist noch im Gange; der Vertrag über eine EU-Verfassung ist ausgerechnet am Veto der Bevölkerungen in den Gründungsstaaten Frankreich und Niederlande gescheitert und der als Ersatz zusammengeschusterte Reformvertrag noch nicht ratifiziert; in der Außenpolitik konnten noch keine Verfahren installiert werden, die ein gemeinsames Auftreten sicherstellen und auf globale Herausforderungen vom Klimawandel bis zum Internationalen Terrorismus wird noch nach wirksamen Antworten gesucht.
In dieser Situation stellt sich die Frage, ob eine Vollmitgliedschaft der Türkei in der EU deren Absorptionsfähigkeit überfordern würde.
Seit dem 3. Oktober 2005 werden zwischen der EU und der Türkei Beitrittsverhandlungen geführt. Welche Ziele werden mit diesen Verhandlungen verfolgt, wie ist der Stand der Dinge, welche aktuellen Perspektiven ergeben sich für beide Seiten und welche Schlussfolgerungen ergeben sich insbesondere aus der Sicht Hamburgs?
Gregor von Rosen, Jahrgang 1974, studierte unter anderem Völker- und Europarecht in Freiburg. Er ist Reserveoffizier und als Rechtsanwalt in Hamburg tätig.
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