Darmstadt
Fr. 09.03.2007, 15:30 bis So. 11.03.2007, 13:00
Tagung/Konferenz
Interesse und Konflikt
Zur politischen Ökonomie der deutsch-polnischen Beziehungen 1900-2006
Georg-Christoph-Lichtenberg-Haus
Dieburger Straße 241
64287 Darmstadt
Hessen
Beschreibung:
Die Tagung fragt nach der ökonomischen Dimension der deutsch-polnischen Beziehungsgeschichte. Obwohl zahlreiche Debatten zwischen beiden Ländern um historische (Beispiel Erinnerungskulturen, Fremdbilder) und auch ökonomische Themen (Beispiel Arbeitsmärkte, Standortverlagerungen) kreisen, ist ein systematischer Zugriff auf die politische Ökonomie der deutsch-polnischen Beziehungen selten. Welchen Einfluss hatte und hat das große Wohlstandsgefälle auf ihre Beziehungen? Welche komparativen Vorteile haben die Handelsbeziehungen und damit die sektoralen Strukturen geprägt und prägen sie heute?
Zugleich sollen politische Rückwirkungen und Instrumentalisierungen der wirtschaftlichen Beziehungen diskutiert werden. Das Bild des Arbeit suchenden Polen prägt das Fremdbild der Polen in Deutschland ebenso wie dasjenige des deutschen Investors in Polen, 1900 wie 2006. Welchem Wandel unterliegen diese Fremdbilder und welche Wirkungen entfalten sie im politischen Raum? Welche Rolle spielt der Rückgriff auf historische Erfahrungen in der aktuellen politischen Debatte? Diese Entwicklungen wurden immer wieder gebrochen und verschoben; zum einen durch die nationalsozialistische "Großraumpolitik", die Ausbeutung mit Autarkie verband, zum anderen durch die Spaltung Europas in zwei auch ökonomisch getrennte Blöcke. Hat Zwangsarbeit und Ausbeutung, hat die Autarkiepolitik, haben die Grenzverschiebungen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der deutsch-polnischen Beziehungen dauerhaft verändert? Oder tendiert die Arbeitsteilung in der erweiterten Europäischen Union zurück zu alten Mustern der Vorkriegszeit? Hat Europa die Blockspaltung bereits überwunden oder ist die Integration von 1939 oder 1913 heute noch nicht wieder erreicht? Schließlich soll auf der Tagung der Versuch unternommen werden, die weitere Entwicklung der gegenseitigen Wirtschaftsbeziehungen ausgehend von den historischen Erfahrungen einzuschätzen.
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