Hannover
Mi. 30.11.2016, 19:00 bis 21:00
Informationsveranstaltung
Türkei: Sicherheitspolitik zwischen NATO und Nahost
Leibniz Universität Hannover, Conti-Hochhaus
Königsworther PLatz 1
30167 Hannover
Niedersachsen
Beschreibung:
Seit dem Abschluss des Assoziierungsabkommens zwischen Brüssel und Ankara (1963) standen die Zeichen zwischen Türkei und EU auf Annährung. Die sicherheitsstrategische Bedeutung der 1952 der NATO beigetretenen Türkei, vor allem gegenüber der Sowjetunion, war unverkennbar. Und auch die türkische Seite räumte den Wunsch nach einer Mitgliedschaft in der Europäischen Gemeinschaft hohe Priorität ein. Mitte der 1970er Jahre wurden die EG-Beitrittsverhandlungen durch die militärische Intervention der Türkei in Zypern erschüttert, wenige Jahre später folgte ein blutiger Militärputsch im Land. Dies hatte zur Folge, dass die bis dato engen Beziehungen zur EG einfroren.
Der Fall des Eisernen Vorhangs veränderte die Verhandlungsposition gegenüber der EG, denn mit ihm verlor der strategische Vorteil der Türkei in der Region an Relevanz, woraufhin sich einige EU-Staaten den weiteren Beitrittsverhandlungen verweigerten.
Nach einer Wende hin zu mehr Demokratie und Reformbereitschaft durch den Amtsantritt Recep Tayyip Erdogans 2005, nahmen die Beitrittsgespräche wieder an Fahrt auf, nicht ohne enorme Vorbehalte einzelner EU-Staaten gegenüber der Türkei. Im Zuge der Flüchtlingskrise jedoch wurde der strategische Nutzen der Türkei wiedererkannt und im März 2016 ein EU-Türkei-Flüchtlingsabkommen geschlossen. Gegenstand der Verhandlungen bildeten Visa-Liberalisierungen und milliardenschwere Finanzhilfen.
Durch die direkte Nachbarschaft zum Kriegsland Syrien wurde der Europäischen Union einmal mehr die geopolitische Bedeutung der Türkei aufgezeigt. Sie sieht sich folgenden Fragen gegenüber gestellt: Wie verändert die innenpolitische Neustrukturierung die Beziehung zur EU? Insbesondere das Gefüge der NATO muss die jeweiligen Interessen neu erfassen. Welche Perspektiven ergeben sich hinsichtlich der strategischen Funktion Ankaras zwischen NATO und Nahost?
Die Jungen Europäischen Föderalisten Hannover laden gemeinsam mit dem EIZ Niedersachsen und der Europa Union zu einem Podiumsgespräch ein, um diese Fragen mit dem Publikum zu diskutieren.
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