Bremen
Mo. 17.11.2014, 19:00 bis Mi. 19.11.2014, 21:00
Kulturprogramm
15. Edition des Mois du film documentaire 2014
Institut français Bremen
Contrescarpe 19
28203 Bremen
Bremen
Beschreibung:
Zum zweiten Mal nimmt das Institut français Bremen in diesem Jahr am weltweit durchgeführten Mois du film documentaire teil und gibt damit erneut dem oft vernachlässigten Genre des Dokumentarfilms eine verdiente Plattform.
Der Mois du film documentaire erlaubt es mit mehr als 3000 Projektionen und 1400 Filmen in Frankreich und weltweit, die Vielfalt des Genres neu zu entdecken.
Wir nehmen das Festival AFRICTIONS zum Anlass, an drei aufeinanderfolgenden Abenden (17., 18. und 19. November jeweils um 19 Uhr) vier Dokumentarfilme zu präsentieren. Bei den ersten zwei Veranstaltungen liegt der Fokus auf der Ankunft, dem Exil und Aufenthalt afrikanischer Flüchtlinge in Frankreich. Am 19. November steht unter dem Titel „Madagassische Lebensrealitäten“. Den Rhythmen und Songtexten der madagassischen band Mahaleo folgend, bietet der Film einen sehenswerten Blick auf das moderne Madagaskar.
Das detaillierte Programm:
Filme in Originalversion und mit französischen Untertiteln.
Montag, 17. November, 19 Uhr:
Les arrivants (2009, P. Chagnard, C. Bories, 111 Min.) Caroline ist jung, impulsiv und cholerisch. Colette, etwas älter, ist mitfühlend und chaotisch. Ihnen gegenüber sitzen Familien aus Sri Lanka, aus der Mongolei und aus Eritrea, mit und ohne Papiere, die Asyl in Frankreich beantragen wollen. Jeden Tag kommen neue Familien an, mit und ohne Papiere, mit oder ohne Gepäck, mit Charterflügen oder mit Planwagen…Wie soll man mit dieser riesigen Flut von Verzweiflung und Not umgehen? Der Film erzählt dieses angespannte und explosive Gegenüber bewegend und lustig, wobei jeder seine Position vertreten muss.
Dienstag, 18. November, 19 Uhr:
Invente-moi un pays (2005, C. Villar, 60 Min.) Catalina Villar hat Kindern im Alter von 8 bis 12 Jahren, die in Frankreich im Exil leben, vorgeschlagen, einen Film mit ihnen zu machen. Einen Kurzfilm, dessen Entstehung gleichzeitig Thema einer Dokumentation sein würde. Die Kinder leben alle in einem Cada (Centre d’accueil pour demandeurs d’asile [entspricht dem deutschen Bundesamt für Migration und Flüchtlinge]). Sie haben ein vom Krieg oder von extremer Unterdrückung gezeichnetes Land verlassen. Sie einigen sich darauf, die Geschichte eines Kindes zu erzählen, das in einem fernen Land lebte hat und es verlassen musste. Das Kind nimmt eine lange Reise auf sich um schließlich in Frankreich anzukommen, wo es ein neues Leben anfängt. Dieser Kurzfilm, eine rein fiktive Geschichte, spiegelt in gewisser Weise ihre eigene Vergangenheit wieder. Der Kino- Workshop wird so zu einem Ort des Austauschs für die Kinder, an dem sie ihre teilweise verdrängten Erinnerungen mitteilen, Diskussionen über Rassismus oder Religion führen können und an dem sie ihre Erfahrungen mit Frankreich teilen.
Kady, la belle vie (2008, C. Mourieras, 86 Min.) Kady ist 50 Jahre alt. Sie ist vor 17 Jahren von der Côte d’Ivoire nach Paris gekommen und ist heute alleinerziehende Mutter von 7 Kindern. Zwischen Freude und Verzweiflung kämpft sie dafür, dass ihre Kinder nicht dasselbe Schicksal erleiden müssen, wie sie. Wie können sich in Frankreich geborene Kinder zwischen den traditionellen von ihren Eltern vorgelebten Werten und der westlichen Kultur zurechtfinden? Wir tauchen ein in eine herzliche Welt, die unser Integrationsmodell in Frage stellt.
Mittwoch, 19. November, 19 Uhr:
Mahaleo (2005, R. Rajaonarivelo, C. Paes, 100 Min.) Auf madagassisch bedeutet Mahaleo frei, unabhängig und selbständig. Die sieben Musiker der Gruppe haben das Show-Business trotz 30-jähriger Karriere immer abgelehnt und entschieden, sich für die Entwicklung ihres Landes einzusetzen. Diese Vorreiter des madagassischen Blues sind gleichzeitig Ärzte, Chirurgen, Landwirte, Soziologen, Abgeordnete…Die Lieder von Mahaleo waren der Keim des Aufstandes von 1972, der den Sturz des neo-kolonialistischen Regimes in Madagaskar zur Folge hatte. Und heute noch begleiten sie das Leben der Madagassen. Angetrieben von den Emotionen ihrer Lieder ist der Film ein Porträt über das moderne Madagaskar.
| Kategorie | Kultur/Medien/Musik |
| Veranstalter | Institut français Bremen |
| Telefonnummer des Veranstalters | 0421-3394413 |
| Ansprechpartner | Institut français Bremen |
| Weitere Informationen |
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