Frankfurt am Main
Do. 28.01.2010, 19:00
Gedenktag für die Opfer des Nationalismus
Vortrag und Konzert mit „Musik aus Theresienstadt“
Museum Judengasse
Kurt-Schumacher-Straße 10
60311 Frankfurt am Main
Hessen
Beschreibung:
Prof. Cesare De Michelis "Das erfundene Manuskript. Das Protokoll der Weisen aus Zion" (dt. frei übersetzt)
Cesare De Michelis belegt durch eine detaillierte philologische Analyse der verschiedenen Redaktionen des „Protokolls der Weisen aus Zion“ – 1902 zum ersten Mal in Russland erschienen, als eine Gruppe von Journalisten diese meldeten –, dass diese Schrift, bekannt als vermeintlicher Plan der Juden zur Übernahme der Weltmacht und Auslöser einer enormen antisemitischen Welle in Europa, eine Fälschung ist. De Michelis’ Buch erklärt, wie und von wem die Schrift konstruiert und inszeniert wurde und in wie vielen Versionen und in welchem Kontext sie eingeführt wurde. Darüber hinaus gelingt es De Michelis, die Geschichte des Buches, definiert als die „Bibel des Antisemitismus“, aus einer ganz neuen Perspektive zu betrachten.
Cesare G. De Michelis (Rom, 1944) ist Ordinarius für russische Literatur der Universität Rom/Tor Vergata. Neben seiner akademischen Tätigkeit schreibt er für verschiedene wissenschaftliche Zeitschriften, ist Publizist, schreibt für das Feuilleton der Tageszeitung „la Repubblica“ und leitet die Reihe „le betulle“ im Verlag Marsilio/Venedig. Er ist Korrespondent der Sozietät “Puškin” in Moskau und erhielt 1997 den „Premio Calabria“ für ausländische Literaturen.
Moderation: Dr. Paola Barbon
Zum Konzert: Theresienstadt (ca. 60 Km. von Prag entfernt, heute Terezìn, Czech Republik) war ursprünglich eine vom österreichischen Militär nach dem I. Weltkrieg verlassene Hochburg, welche später von Zivilisten besiedelt wurde. Aus einer Vielzahl von Lagern sind Berichte über die Existenz von instrumentalen und vokalen Ensembles überliefert, wobei sicherlich die meisten Quellen über musikalische Aktivitäten aus dem "Durchgangslager" Theresienstadt stammen. Zum einen ist diese Tatsache sicherlich auf die große Zahl von etablierten Musikern bzw. Musikschaffenden zurückzuführen, die in diesem Lager zeitweise interniert wurden, zum anderen liegt dies auch in der speziellen repräsentativen Bedeutung begründet, die diesem Lager von Seiten der Nationalsozialisten eingeräumt wurde.
So konnte er schon unmittelbar nach seiner Ankunft in Theresienstadt einen Chor mit etwa 20 männlichen Laiensängern etablieren, der sich bald enormer Beliebtheit erfreute. Ebenso wurde einen Frauenchor gegründet, den er später mit dem ersten Chor zu einem 50 bis 60 Personen starken gemischten Vokalensemble zusammenfasste. Die Proben wurden zuerst in einem kleinen Raum in einer Baracke der Sudeten abgehalten.
Trotz der extrem tragischen Ereignisse während des II. Weltkrieges, könnte man Theresienstadt als das letzte Symbol der mitteleuropäischen Kultur betrachten. Die meisten Musiker, die Theresienstadt belebt hatten, wurden am 16. Oktober 1944 nach Auschwitz deportiert.
Konzert des Steichtrios TRIO OPUS X
Guntrun Haussmann, Violine
Yumiko Noda, Viola
Johannes Oesterlee, Violoncello
Programm:
- Tanz für Streichtrio von Hans Krasa, umrahmt von zwei kurzen Solostücken für Violoncello von Paul Ben-Haim
- Duo für Violine und Violoncello von Erwin Schulhoff
- Streichtrio von Gideon Klein
Diese Veranstaltung des Istituto Italiano di Cultura Frankfurt in Zusammenarbeit mit dem Jüdisches Museum ist zweisprachig in Italienisch und Deutsch.
Reservierung erforderlich.
| Kategorie | Kultur/Medien/Musik |
| Veranstalter | Istituto Italiano di Cultura, Jüdische Museum Frankfurt |
| Anmeldung bis | erforderlich |
| Telefonnummer des Veranstalters | 069 - 75 306 605 |
| E-Mail für Anmeldungen | iicfrancoforte(at)esteri.it |
| Teilnehmerbeitrag | Eintritt frei |
| Weitere Informationen |
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