Bremen
Sa. 08.12.2012, 10:00 bis 13:00
KOLLOQUIUM: Über das Recht, Rechte zu haben – Civil Society in einer Gesellschaft der Minderheiten
mit Yfaat Weiss, Trägerin des Hannah-Arendt-Preises 2012
Institut français
Contrescarpe 19
28215 Bremen
Bremen
Beschreibung:
Das 21. Jahrhundert scheint eine Epoche der Aufhebung nationalstaatlicher Grenzen (Europa) zu werden, die gleichzeitig Prozesse von Renationalisierung in Gang setzt und neue Konflikte zwischen Minderheiten und Mehrheitsgesellschaften hervorruft. Das Thema „Minderheiten im Nationalstaat“ hat in und außerhalb Europas eine neue, dynamische Form angenommen.
Yfaat Weiss hat in ihrem Buch „Verdrängte Nachbarn. Wadi Salib – Haifas enteignete Erinnerung“ beispielhaft beschrieben, wie komplex dieses Thema wird, je näher man die Konfliktlagen in Augenschein nimmt.
Hinter ihrer minutiösen Beschreibung eines historischen Konflikts in einem Stadtteil steht die Frage, welche Formen ein friedliches, politisch verfasstes Zusammenleben zwischen Minderheiten und Mehrheiten in modernen Gesellschaften annehmen kann. Einige der Themen, die sich daran entzünden können, sind:
- Leben und Überleben, die „vorpolitischen“ Grundfragen politischen Zusammenlebens (Eigentum an Land und Wasser).
- Tradition und Religion als dominante und/oder nachgeordnete Kulturen (Religion als Staatsreligion oder Trennung von Glaube und Politik).
- Erinnerungskulturen zwischen Bewahrung und Vereisung.
- Politische Pluralität und ethnische Identität (ethnische Zusammengehörigkeit und politische Zugehörigkeit).
- Planbarkeit und Naturwüchsigkeit von gesellschaftlichem Wandel.
Es diskutieren: Yfaat Weiss und Doug Saunders
Yfaat Weiss, geboren 1962 in Haifa, ist Professorin am Fachbereich für jüdische Geschichte und zeitgenössisches Judentum an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Sie leitete von 2008 bis 2011 die dortige Fakultät für Geschichte und ist derzeit Direktorin des Franz Rosenzweig Minerva Forschungszentrums. Neben jüdischer und israelischer Geschichte befasst sich Weiss mit der Vergangenheit Deutschlands und Zentraleuropas. Die Historikerin verbrachte zahlreiche Forschungsaufenthalte im deutschsprachigen Raum. War am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften in Wien, am Simon-
Dubnow-Institut in Leipzig sowie am Hamburger Institut für Sozialforschung. Sie war am Aufbau des Lehrstuhls für Jüdische Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München beteiligt, forschte zu den deutsch-israelischtschechischen Beziehungen und nahm an einem Forschungsprojekt zur Geschichte der Juden in Deutschland nach 1945 teil. 2012 erschien die deutsche Fassung ihres Buches „Verdrängte Nachbarn. Wadi Salib – Haifas enteignete Erinnerung“.
| Kategorie | Politik |
| Veranstalter | Heinrich Böll Stiftung Bremen |
| Telefonnummer des Veranstalters | 0421 - 352368 |
| Weitere Informationen |
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