Berlin
Mo. 16.04.2012, 19:30
Vortrag
Wolfgang Streeck: Doppelherrschaft im Kapitalismus
Studio, Schaubühne am Lehniner Platz
Kurfürstendamm 153
Berlin
Berlin Brandenburg
Beschreibung:
Demokratische Schuldenstaaten müssen zwei Herren dienen, deren Wünsche nicht leicht zu vereinbaren sind: den Bürgern und den „Märkten“. Staaten unter Doppelherrschaft haben Wähler, die soziale Sicherheit wollen, aber auch niedrige Steuern, und Gläubiger, die Sparsamkeit verlangen, aber auch Wachstum. Heute scheinen die Gläubiger die Oberhand zu haben. Auf welche Legitimation können sie sich berufen, wenn sie darauf bestehen, dass die Regierungen ihre Bürger zu disziplinierter Bedienung ihrer Staatsschulden verpflichten? Worauf gründet sich die Popularität der Finanztechnokraten (der Kapitalversteher), die in den am meisten verschuldeten Schuldenstaaten die Politiker alter Art (die Leuteversteher) abgelöst haben? Wird die Rede von den Tugenden der schwäbischen Hausfrau und davon, dass man nicht mehr ausgeben darf als man erarbeitet hat, in Zeiten wuchernder sozialer Ungleichheit und wachsender wirtschaftlicher Unsicherheit ausreichen? Wie kann man den Mann und die Frau auf der Straße dazu bringen, auf eigene Kosten an die Gerechtigkeit des Marktes und der Märkte und an die Verheißungen der Angebotstheorie zu glauben? Auf welche kollektiven Werte und Handlungsdispositionen könnte sich eine Herrschaft der soliden Finanzen gründen?
Prof. Dr. Wolfgang Streeck, Soziologe; Direktor des Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, Köln, und Professor für Soziologie, Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Universität zu Köln
Prof. Dr. Heinz Bude, Soziologe; Leiter des Arbeitsbereichs "Die Gesellschaft der Bundesrepublik" des Hamburger Instituts für Sozialforschung und Inhaber des Lehrstuhls für Makrosoziologie an der Universität Kassel
| Kategorie | Wissenschaft |
| Veranstalter | Hamburger Institut für Sozialforschung |
| Teilnehmerbeitrag | 2,50 €, Ermäßigungsberechtigte frei |
| Weitere Informationen |
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